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Heizung ausgefallen – die wichtigsten Sofortmaßnahmen

Von Michael Görtz, Inhaber, Installateur- und Heizungsbaumeister · Stand: August 2026

Wenn die Heizkörper kalt bleiben, muss nicht gleich ein Monteur anrücken: Bei rund einem Drittel aller Notdienst-Einsätze steckt eine Ursache dahinter, die sich ohne Werkzeug in wenigen Minuten finden – und häufig auch selbst abstellen – lässt. Gehen Sie die folgenden sieben Punkte am besten der Reihe nach durch.

1. Hat die Therme überhaupt Strom?

So simpel es klingt: Immer wieder wurde schlicht der Hauptschalter beim Wischen umgelegt, die Schaltuhr hängt noch im Absenkprogramm oder im Verteilerkasten hat eine Sicherung ausgelöst. Kontrollieren Sie deshalb zuerst, ob das Display der Therme etwas anzeigt und ob sämtliche Sicherungen eingeschaltet sind.

2. Steht ein Fehlercode im Display?

Aktuelle Gasgeräte melden Störungen als Code – etwa „F.28" bei Vaillant oder „EA" bei Junkers/Bosch. Schreiben Sie sich die Anzeige auf, bevor Sie irgendeine Taste betätigen: Am Telefon sagt der Code dem Monteur bereits, wo er suchen muss. Was die gängigsten Meldungen bedeuten, lesen Sie im Ratgeber Thermen-Störungscodes.

3. Stimmt der Wasserdruck?

Zu geringer Anlagendruck ist die mit Abstand häufigste einzelne Ursache für kalte Heizkörper. Werfen Sie einen Blick auf das Manometer der Therme: Der Zeiger gehört in den grünen Bereich, bei den meisten Anlagen also zwischen 1,5 und 2 bar. Liegt er darunter, dürfen Sie selbst Wasser nachfüllen – die genaue Vorgehensweise beschreibt der Ratgeber Heizungsdruck erhöhen.

4. Reset-Taste – aber nur ein einziges Mal

War es bloß ein kurzer Stromausfall oder eine einmalige Störung, bringt die Entstörtaste (Flammensymbol oder Aufschrift „Reset") das Gerät oft wieder in Gang. Wichtig: Betätigen Sie die Taste höchstens einmal. Meldet sich die Störung erneut, hat sie einen echten Grund – wiederholtes Entstören verschleiert das Problem nur und kann im ungünstigsten Fall Bauteile in Mitleidenschaft ziehen.

5. Regelung, Thermostate und Absenkbetrieb

Machen Sie den Unterschied: Bleibt nur ein einzelner Heizkörper kalt, spricht das für Luft im System (Anleitung: Heizung entlüften) oder für einen festsitzenden Thermostatstift. Sind dagegen alle Heizkörper betroffen, lohnt der Blick auf die Regelung – womöglich steht die Anlage unbemerkt auf Sommer- oder Absenkbetrieb.

6. Kommt Gas an?

Prüfen Sie, ob der Absperrhahn in der Gasleitung zur Therme geöffnet ist – der Hebel muss parallel zur Leitung stehen. Falls ein Gasherd vorhanden ist: Brennt dessen Flamme noch? Fehlt im gesamten Gebäude das Gas, kann die Ursache auch beim Netzbetreiber liegen; ein Anruf bei dessen Störungsnummer schafft Klarheit.

7. Alles geprüft? Dann abschalten und anrufen

Bringt keiner dieser Punkte die Heizung zurück, tritt Wasser aus oder liegt Gasgeruch in der Luft, schalten Sie die Anlage ab und verständigen den Notdienst. Bei Gasgeruch: Fenster öffnen, keine Schalter oder Klingeln betätigen, das Gebäude verlassen – und als Erstes den Störungsdienst des Netzbetreibers alarmieren.

Praxis-Tipp: Nennen Sie beim Anruf gleich Hersteller, Baujahr und den abgelesenen Fehlercode der Therme. So hat der Monteur die passenden Ersatzteile oft schon im Wagen – und die zweite Anfahrt entfällt in vielen Fällen.

Ausfall im Winter: Frostschutz und Schimmelgefahr

Dauert der Ausfall in der kalten Jahreszeit länger, sollte die Raumtemperatur nicht auf Dauer unter etwa 16 °C rutschen – sonst nimmt das Risiko von Kondenswasser an den Wänden und damit von Schimmel deutlich zu. Herrscht draußen Frost, sind zusätzlich die Wasserleitungen gefährdet: Lassen Sie die Innentüren geöffnet und behalten Sie frostgefährdete Räume wie Keller und Dachboden im Blick. Welche Ansprüche Mieter haben, erläutert der Ratgeber Heizungsausfall im Mietrecht.

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