Heizungsdruck erhöhen: So füllen Sie Wasser richtig nach
Fällt der Anlagendruck unter den Sollwert, geht die Therme auf Störung oder die obersten Heizkörper im Haus werden nicht mehr warm. Bei den meisten Anlagen ist das Problem mit zehn Minuten Nachfüllen behoben – wenn man ein paar Regeln beachtet. Diese Anleitung zeigt Ihnen den sicheren Weg.
Der richtige Anlagendruck
Als Richtwert für ein zweigeschossiges Einfamilienhaus gelten 1,5 bis 2 bar. Wer es genauer wissen möchte: Pro Meter Höhendifferenz zwischen Therme und oberstem Heizkörper rechnet man etwa 0,1 bar, dazu kommen 0,3 bar als Sicherheitszuschlag. Auf dem Manometer markiert der grüne Bereich den Sollbereich – verbindlich ist am Ende, was der Hersteller in der Bedienungsanleitung vorgibt.
Nachfüllen in sechs Schritten
- Therme abschalten: Gerät in den Aus- bzw. Standby-Modus bringen (bzw. die Umwälzpumpe stoppen) und ein paar Minuten abwarten, damit das Heizungswasser zur Ruhe kommt.
- Schlauch montieren: Der Füllschlauch kommt mit einem Ende an den KFE-Hahn (Kesselfüll- und Entleerungshahn, in der Regel unten am Gerät oder am Rücklauf), mit dem anderen an einen Wasserhahn. Befüllen Sie den Schlauch vorab komplett mit Wasser – so gelangt beim Nachfüllen keine Luft in die Anlage.
- Erst den Wasserhahn aufdrehen, danach vorsichtig den KFE-Hahn öffnen: Das Frischwasser strömt nun mit Leitungsdruck ins Heizsystem.
- Den Zeiger im Blick behalten: Füllen Sie in Ruhe, bis das Manometer den Sollbereich erreicht hat. Zweimal kurz nachlegen ist besser als einmal zu viel.
- Hähne wieder schließen – zuerst den KFE-Hahn, dann den Wasserhahn –, anschließend den Schlauch lösen und das restliche Wasser in einem Eimer auffangen.
- Therme starten und Heizkörper entlüften: Frisch eingefülltes Wasser bringt fast immer Luft mit, die sich in den Heizkörpern sammelt – die Vorgehensweise steht im Entlüftungs-Ratgeber. Danach den Druck bei Bedarf noch einmal nachjustieren.
Ständiger Druckverlust ist ein Warnsignal
Müssen Sie häufiger als ein- bis zweimal je Heizperiode zum Füllschlauch greifen, geht der Anlage irgendwo Wasser oder Druck verloren. Dahinter stecken meist:
- Tropfendes Sicherheitsventil – Wasserspuren am Ablauftrichter verraten es.
- Membranschaden am Ausdehnungsgefäß – die häufigste Ursache; typisch sind starke Druckschwankungen zwischen kalter und warmer Anlage.
- Kleinstleckagen an Verschraubungen – weiße Kalkränder an den Fittings sollten Sie ernst nehmen.
- Leck im Rohrnetz – häufig verborgen in Wand oder Estrich; feuchte Flecken sind ein Alarmzeichen.
In solchen Fällen gehört die Anlage in die Hände eines Monteurs. Denn jedes Nachfüllen schleust sauerstoffreiches Frischwasser ein – und das treibt Korrosion und Schlammbildung im System zusätzlich voran.
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