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Heizung entlüften: Schritt für Schritt zu gleichmäßig warmen Heizkörpern

Von Michael Görtz, Inhaber, Installateur- und Heizungsbaumeister · Stand: August 2026

Bleibt ein Heizkörper im oberen Bereich kalt, gibt er Gluckergeräusche von sich oder heizt gar nicht mehr, steckt in den meisten Fällen ein Luftpolster im Heizwasser. Die gute Nachricht: Pro Heizkörper dauert das Entlüften kaum fünf Minuten – und weil eingeschlossene Luft die Wärmeabgabe deutlich bremst, senken Sie damit auch gleich Ihren Energieverbrauch.

Diese Ausrüstung genügt

  • Ein Lappen oder kleines Gefäß, um das austretende Heizwasser aufzufangen
  • Ein Entlüftungsschlüssel mit Vierkantöffnung (kostet im Baumarkt nur ein paar Euro); einzelne Ventiltypen lassen sich auch mit einem Schlitzschraubendreher öffnen

So gehen Sie vor – die 5 Schritte

  1. Pumpe ausschalten: Stellen Sie die Therme ab oder auf Sommerbetrieb und geben Sie der Luft 30 bis 60 Minuten Zeit, um nach oben zu wandern. Bei Zeitdruck geht es notfalls auch mit laufender Umwälzpumpe – dann sollten Sie den Vorgang später eventuell wiederholen.
  2. Thermostatventil ganz öffnen: Drehen Sie am betroffenen Heizkörper das Thermostat auf die höchste Stufe.
  3. Von unten nach oben arbeiten: Beginnen Sie im Erdgeschoss und nehmen Sie sich anschließend Etage für Etage die höher gelegenen Heizkörper vor. Da Luft aufsteigt, sammelt sie sich vor allem ganz oben im Haus.
  4. Entlüftungsventil aufdrehen: Gefäß darunter halten und den Schlüssel um eine viertel bis halbe Umdrehung öffnen. Zunächst entweicht die Luft hörbar zischend, dann folgt Wasser. Läuft es gleichmäßig und ohne Blasen heraus, drehen Sie das Ventil wieder zu.
  5. Anlagendruck prüfen: Beim Entlüften geht Druck verloren. Werfen Sie einen Blick aufs Manometer und füllen Sie bei zu niedrigem Wert Wasser nach – wie das geht, lesen Sie unter Heizungsdruck erhöhen.
Schon nach kurzer Zeit gluckert es erneut? Dann gelangt entweder an einer Stelle Luft ins System, oder durch Korrosion entsteht Gas in der Anlage (sogenannte Wasserstoffbildung). Hier sollte ein Fachbetrieb ran – typische Auslöser sind Mikroleckagen oder ein Ausdehnungsgefäß, das seinen Dienst versagt.

Entlüftet – und der Heizkörper bleibt trotzdem kalt?

Wird der Heizkörper unten warm, oben aber nicht – oder bleibt er komplett kalt, während die übrigen laufen –, sitzt häufig der Ventilstift unterhalb des Thermostatkopfs fest. Schrauben Sie den Kopf ab und drücken Sie den kleinen Metallstift ein paarmal vorsichtig hinein; hat er sich festgesetzt, lässt er sich behutsam mit einer Zange lockern. Führt auch das nicht zum Ziel, liegt es meist am Ventil selbst oder am hydraulischen Abgleich – beides gehört auf den Prüfzettel des Monteurs bei der nächsten Wartung.

Häufiges Entlüften ist ein Warnsignal

Einmal je Heizsaison zum Entlüftungsschlüssel zu greifen, ist völlig unauffällig. Müssen Sie dagegen im Wochenrhythmus nacharbeiten, bekämpfen Sie nur das Symptom: Ständig nachströmende Luft fördert Rost, setzt die Anlage mit Schlamm zu und drückt den Wirkungsgrad. Für den Akutfall hilft unsere Störungs-Checkliste, dauerhaft schützt eine jährliche Wartung.

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